Flab-Raketen: Behalten statt verschrotten!

Heftiges Kopfschütteln am Wochenende, aber aus unterschiedlichen Gründen: Die NZZ am Sonntag weiss, dass die Schweiz sich wieder mal daran macht, Flab-Raketen-Systeme zu verschrotten. 60 Systeme, 2000 dazugehörende Raketen. Die NZZaS hat mit Peter Schneider gesprochen, dem ehemaligen Chefredaktor der Allgemeinen Schweizerische Militärzeitschrift ASMZ. Schneider sagt dort: (Diese Rapier-Systeme) «…sind alt, aber nicht völlig veraltet.» Zum Beispiel gegen tieffliegende Drohnen oder Apaches seien sie weiterhin wirksam. Die Schweizer Armee hat das Rapier-System in den 1980-er Jahren beschafft und im 2007 modernisiert.

Die einen finden nun, das Verschrotten sei absurd, man müsse diese Waffen, ganz klar, der Ukraine geben! (Was rechtlich möglich sei, weil die Rapier-Systeme in Grossbritannien hergestellt wurden.)

Was wirklich absurd ist: DASS die Armasuisse die Rapier schön brav nach Plan verschrottet, obwohl sie noch nützlich wären. Behalten sollten wir sie – für uns!
Ein Rapier-System mag nur ein kleinster Teil der immerwährenden bewaffneten Neutralität der Schweiz sein. Aber sie war ein Teil – und könnte es weiterhin sein.

Wer es genau ist, der solche Verschrottungsfahrpläne schreibt, entzieht sich unserer Kenntnis. Es sieht aber wieder mal nach einer minimalen Flexibilität in Teilen des VBS aus. Der Russland-/Ukrainekrieg müsste uns eine andere Lehre sein. Auch alte Waffen bleiben nützlich.

Da erinnert man sich noch an einen anderen Zusammenhang… Denken Verschrottungsfahrplan-Planer evtl. weiterhin an eine «Kriegs-Vorwarnzeit» von 10 Jahren?

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