
Mitte Mai war die Nato schon wieder gemeinsam mit der Schweizer Armee am trainieren. Dieses Mal mit zwei Heilkoptertypen, der Blackhawk (Kampfmaschine) und der Chinook (Transportmaschine mit Doppelrotor), normalerweise stationiert in einer US-Basis in Deutschland. Nato in Reinform mitten in der Schweiz.
Die Erklärung dazu wiederholt sich. Man wolle «taktische Fähigkeiten mit anderen Nationen weiterentwickeln», so das VBS. 20 Schweizer AdA waren dabei; 2×3 Helikopter; Organisator der üUbung war die Schweiz; Ziel war, dass die «Partnerstaaten ihre eigene Effizienz und Einsatzbereitschaft steigern können».
Tönt fast so, als ob die Schweiz in der Nato wäre. Als ob der Traum von zu vielen Bundesberner Beamten, Generälen, Politikern und Journalisten wahr geworden wäre.
Ist er aber nicht.
Und darf er nicht, wenn die Schweiz stark und klar positioniert bleiben will.
Zwar gehört die Schweiz zur Partnership for Peace, einer «Plattform für sicherheitspolitische Anliegen». Man vernetzt sich, kennt sich ein wenig, steht in Kontakt. An sich nicht schlecht. Es darf aber operativ nicht zu weit gehen.
Dass daraus momentan soviel Aktivitis entspriesst, hat politische Gründe, keine trainings-spezifischen. Die vielen PR-Flüsterer hinter den Bundesratsstühlen flüstern: «Wir brauchen mehr Fotos, von eindrücklichem Nato-Fluggerät neben grünem Gras, auf den Handys der Diplomaten und Politiker da draussen! Die alten Bilder sind schon einen Monat vorbei. Diese eindrücklichen Blackhawks und Chinooks der US-Boys wären doch was, oder?!»
Geflüstert, getan.
Im Erklärenden Text des VBS dann wieder Stichworte wie «Zusammenarbeit mit den in Europa stationierten Einheiten der United States Army intensivieren» … «stärkt die Verteidigungsfähigkeit» … «Fähigkeiten für das gemeinsame operative Vorgehen fördern» … «U.S. Army wird im Kompetenzbereich Berg- und Hochgebirgsflug beraten» …
Lauter falsche Signale.
Die Schweiz muss wieder lernen, was das richtige Signal ist. KEINE Blackhaws und Chinooks in Payerne. Sondern etwa so wäre gut – leider hier nur fiktiv: «Die Nato fragt die Schweiz an, ob sie die Kompetenzen ihrer Piloten in den Schweizer Alpentälern trainieren darf. Die Schweiz antwortet mit Nein und erklärt: Sie wissen doch alle: Wir sind neutral. Wir pflegen zwar die Partnership for Peace, aber bieten sicher keinen Platz für operative Trainings einer ausländischen Armee.»
Die Meldung des VBS (Mitte Mai 2024) zu den US-Helis in Payerne